extrem

Der Artikel „Herrmann sieht die Linke als geistigen Brandstifter“ – zu lesen online und in der Druckausgabe der Nordbayerischen Nachrichten vom 14.08.2010 – macht mich nachdenklich.

Überaus reisserisch beklagt sich da der bayerische Innenminister über das Ansteigen der linksextrem begründeten Straftaten in Bayern.

Ganz klar:
Straftaten sind grundsätzlich ein Grund zum Nach- und Umdenken, zum Handeln. Vom Tisch wischen dürfen wir sie nicht. Vor allem nicht die Ängste und Schmerzen der dadurch Geschädigten.

Was mich jedoch hier stört, ist der Vergleich zwischen den links- und den rechtsextrem „verursachten“ Straftaten.
Was ist an linksextremen Straftaten schlimmer als an rechtsextrem motivierten?

Gar nichts – Sachschaden ist Sachschaden, den die Versicherungen bezahlen (müssen) und dann in Form von Prämienerhöhungen an uns Versicherte weitergeben.
Und Personenschaden ist Personenschaden – mit Schmerzen, Ängsten, direkten Behandlungskosten, Rehakosten und im schlimmsten Fall Kosten für Arbeitsunfähigkeit in Folge des Schadens.

Natürlich gibt es Unterschiede zwischen linker und rechter Gewalt. Jedoch m. E. nur in der Planung und in der Art der Ausführung. Nicht im Ergebnis.

Allerdings fällt mir auf, dass die „linke Szene“ scheinbar nach wie vor mit dem Kopf durch die Wand will und Straftaten vermutlich deshalb dort deutlicher wahrgenommen werden. Wie zum Beispiel in Hamburg.

In dieser „linken Szene“ scheint nach wie vor der Spruch vom korrupten Establishment, dem jeder „Linke“ sich verweigert, aktuell zu sein.

Anders in der „rechten Szene“. Hier finden sich immer häufiger gut ausgebildete Menschen, vor allem Rechtsanwälte, die findig jede kleine Lücke nutzen, um ihre Möglichkeiten zu mindestens 100 % auszunutzen. Und die die Chancen ergreifen, andere Menschen nach ihren Vorstellungen zu bewegen.

Das ist der Grund, weshalb meiner Meinung nach das Augenmerk der Polizei und der Verfassungsschützer weitaus stärker als bisher auf rechtsextrem angehauchten Vorfällen liegen sollte.

Und es ist der Grund, weshalb alle offiziellen Stellen – ob in Bayern oder in anderen Teilen der Republik – gut beraten sind, die Ängste von Bürgern, die sich gegen rechtsextreme Gewalt wenden, ernst zu nehmen, anstatt diese Bürger vor Gerichte zu zerren.

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