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Das war gestern wie ein Paukenschlag.

Frank-Walter Steinmeier,  derzeit Fraktionsvorsitzender der SPD, hat in einer Pressekonferenz seinen vorübergehenden Rückzug aus der Politik erklärt.

Und das, weil er mit einer sog. „Lebendspende“ – der Spende einer seiner Nieren – seiner Frau helfen möchte. Gemäß seiner Aussage verschlimmerte sich die Erkrankung seiner Frau so sehr, dass nur ein Spenderorgan Abhilfe schaffen kann.

Zwei Punkte in diesem Zusammenhang finde ich bemerkenswert:

1. Frank-Walter Steinmeier trat offensiv mit einer Pressekonferenz an die Öffentlichkeit.
Er hätte auch den „leichteren“ Weg einer Pressemitteilung wählen können, ohne sich den Blicken, Kameras und Fragen der Journalisten auszusetzen.

2. Frank-Walter Steinmeier hat mit dieser Veröffentlichung seiner „Auszeit“ ein Thema in die Köpfe der Menschen geholt, das bis gestern vor allem nur bei Betroffenen ein Thema war: Organspende.

Die aktuellen Zahlen, die sich bei DSO – Deutsche Stifung Organstransplantation – finden, sprechen allein von 8.000 benötigten Nieren in jedem Jahr, fast drei mal so viel Organe wie jährlich transplantiert werden.
Transplantiert werden können, weil es immer noch zu wenige Menschen gibt, die bereit sind, sich als Spender zur Verfügung zu stellen.
Dabei sind nicht allein Lebendspender gemeint, wie jetzt Frank-Walter Steinmeier, sondern grundsätzlich Spender. Menschen, die einen Organspendeausweis ausfüllen und in ihrem Geldbeutel mit sich führen. Menschen, die bereit sind, im Falle ihres – zumeist unerwarteten – Todes das eine oder andere noch funktionsfähige Organ abzugeben.

Ich wünsche mir, dass durch den mutigen Schritt von Herrn Steinmeier eine nachhaltige und auch länger andauernde Diskussion beginnt … sowie ein Umdenken in den Köpfen der Menschen.
Vor allem in den Köpfen derer, die bis jetzt nicht betroffen waren.

Denn Organspende geht uns alle an.

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